Gynäkologie, Reproduktionsmedizin und Neonatologie

In der Pferdegynäkologie stehen hauptsächlich Untersuchungen und Behandlungen im Rahmen der Fruchtbarkeitsbetreuung im Vordergrund. Mit dem Feststellen der Zuchttauglichkeit, werden in regelmäßigen Abständen Follikelkontrollen rektal mittels Ultraschall durchgeführt und Tupferproben, ggf. auch Uterusbiopsien zur weiteren Diagnostik entnommen.

Neben der künstlichen Besamung mit Frischsperma oder Tiefgefriersperma, werden anschließend Trächtigkeitsuntersuchungen um Tag 16 rektal mittels Ultraschall durchgeführt.

Eine intensive Betreuung von sog. Problemstuten ist ebenfalls ambulant möglich. Diese umfasst unter anderem die Behandlung von infektiöser und nicht-infektiöser Endometritiden (Gebärmutterentzündungen) und die Behandlung von Nachgeburtsverhalten inkl. Uterusspülungen und Hufreheprophylaxe.

In der Fohlenmedizin steht die Fohlenerstuntersuchung, der sog. Neugeborenen Check-up an erster Stelle. Neben der Intensivbetreuung lebensschwacher Fohlen (Bestimmung des Immunglobulinspiegels mit ggf. anschließender Plasmatransfusion), werden Routine-Untersuchungen und Behandlungen von Nabelentzündungen und Darmpechverhalten durchgeführt.

Viele erkrankte neugeborene Fohlen erfordern neben einem hohen medizinischen Aufwand einen enormen Pflegeaufwand, um überhaupt eine Überlebenschance zu haben. Die Überweisung in eine Pferdeklinik mit einer Intensivversorgungseinheit für neonatale Notfallpatienten sollte auf jeden Fall immer in Erwägung gezogen werden.

Bild1: Embryo Tag 16 | Bild2: Fohlen kurz nach der Geburt | Bild3: Endometritis
Bild1: Embryo Tag 16 | Bild2: Fohlen kurz nach der Geburt | Bild3: Endometritis